06 Mrz

Quartiersmanager soll anschieben

BEZAHLBARER WOHNRAUM – Gemeinde will Kümmerer für Projekt auf Thomawiese verpflichten

Otterfing – Ein Bauplatz fehlt noch, ebenso ein klares Konzept. Dafür könnte es bald einen Kümmerer geben, der anschiebt: Für das Bauprojekt „Wohnen in Otterfing“, das unter gemeindlicher Federführung rund 25 bezahlbare Wohnungen schaffen soll, will das Rathaus womöglich bald einen „Quartiersmanager“ einstellen. „Uns wurde empfohlen, so einen Posten schon im Vorfeld des Projekts zu schaffen“, erklärte Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Wie der Rathauschef auf Nachfrage erklärt, hofft die Gemeinde auf staatliche Unterstützung. Das bayerische Sozialministerium unterstützt Quartierskonzepte im Rahmen des Förderprogramms „Selbstbestimmt Wohnen im Alter“ vier Jahre lang mit insgesamt bis zu 80 000 Euro. „Wir prüfen, ob das für uns in Frage kommt“, erklärte Rathaus-Geschäftsleiter Markus Stark in der Sitzung. Wird der Antrag bewilligt, kann die Gemeinde mit einem Eigenanteil von nur 2000 Euro im Jahr die Teilzeitstelle eines Quartiersmanagers finanzieren.

Der Tipp kam von Sabine Wenng, die für das Sozialministerium die „Koordinationsstelle Wohnen im Alter“ leitet und sich vor gut einem Jahr im Gemeinderat vorgestellt hatte. Die Gemeinde kann kostenlos auf ihre Expertise zurückgreifen. „Sie hat uns geraten, einen Quartiersmanager jetzt zu verpflichten, um schon bei der Bedarfsanalyse Unterstützung zu haben“, sagt Falkenhahn. Der Manager fungiert als Türöffner, als Koordinator, Vernetzer und Schnittstelle zu sozialen Einrichtungen. „Es geht nicht darum, unsere Organisationen zu ersetzen“, betont der Rathauschef, „es geht um fachliche Unterstützung bei einem großen Projekt.“

Ursprünglich war angedacht, auf der gemeindlichen Thomawiese ein auf Senioren maßgeschneidertes Wohnprojekt zu verwirklichen. Im Januar 2020 weitete der Gemeinderat das Konzept auf: Von den 25 angedachten, bezahlbaren Wohnungen sollen etwa zehn an jüngere Otterfinger vergeben werden. Zudem sollen auch andere Standorte geprüft werden.

Mit Unterstützung Wenngs war eine Veranstaltung geplant, um abzuklopfen, was genau die Bürger wollen, welche Konzepte sie bevorzugen und wo sie den Neubau gerne hätten. Dann kam Corona: Die Gemeinde verzichtete auf Präsenzveranstaltungen mit vielen älteren Mitbürgern im Saal. Falkenhahn hat Zweifel, ob so ein Austausch auch als Online-Meeting funktioniert. „Da braucht es Präsenz“, glaubt er. Wann das möglich sei, könne derzeit niemand sagen. Vielleicht kann bei einem solchen Termin aber schon ein Quartiersmanager die Fäden ziehen.

[Merkur, 06.03.2021]

04 Mrz

Infos rund um Bebauung am Valleyer Weg

QUEST – Internetseite ist in Betrieb – Projektdetails und Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung online abrufbar

Holzkirchen – Jetzt wird es ernst: Seit 1. März ist die Internetseite rund um das Bauvorhaben „Winklbauerhöfe“ am Valleyer Weg in Holzkirchen in Betrieb. Unter anderem Versehen mit Informationen und Videos, die das Projekt erklären. Das teilt die Quest AG aus Kolbermoor mit, die das Areal bebaut.

Dort erfahren Interessierte auch alles zur Bürgerbeteiligung, die den Planungsprozess flankiert und um die sich das Büro nonconform aus Rosenheim kümmert. Hierzu gibt es verschiedene Veranstaltungen, die wegen Corona hauptsächlich online stattfinden. Der Startschuss fällt am Montag, 22. März, mit einer digitalen Bürgerwerkstatt. Diese läuft von 19 bis 22 Uhr in Form eines Zoom-Meetings ab. Quest, das Münchner Architekturbüro N-V-O sowie nonconform fassen die Pläne dabei nochmals zusammen. Auch erste Vorschläge – die Bürger seit 1. März auf einer digitalen Ideenwand über die neue Internetseite einbringen können – werden dabei präsentiert. „Diese können sich etwa auf die Nutzungen, Freiraumgestaltung, Mobilität und Städtebau beziehen“, erklärt Quest.

Am Dienstag, 23. März, von 18 bis 22 Uhr, folgt ein Ideenbüro. Es wird in Präsenz unter strengen Hygieneauflagen über die Bühne gehen. „Hier können die Gemeindebürger mit Modellklötzchen direkt am Modell selber bauen“, so Quest.

Ein weiteres Zoom-Meeting richten die Verantwortlichen für Mittwoch, 24. März, von 19 bis 22 Uhr, ein, für eine Nachbarschaftswerkstatt. Es handelt sich hierbei um eine Infoveranstaltung ausschließlich für Nachbarn. Betroffene werden vorab von Quest per Post angeschrieben. Mitte Februar fand bereits ein Nachbarschaftsinfoabend statt. Laut Quest haben sich hierbei 45 Personen eingeloggt, meistens saßen die Leute jedoch zu zweit am Rechner. Das Interesse war also groß.

Eine Abschlusspräsentation am Donnerstag, 22. April, von 19 bis 21 Uhr, rundet die Bürgerbeteiligung dann ab. Dabei werden der städtebauliche Entwurf und das Projektkonzept vorgestellt. Je nach Coronalage online oder live. Am Ende entscheidet der Gemeinderat über den städtebaulichen Entwurf. Die Ergebnisse werden anschließend in einen Bebauungsplan gegossen.

Wie berichtet, baut die Quest AG auf der Wiese zwischen Valleyer Weg und Angerstraße ein neues Wohnquartier. Voraussichtlich sollen dort fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt bis zu 70 Wohnungen entstehen. Anwohner hatten bereits Bedenken wegen der schwierigen Verkehrserschließung und der ihrer Meinung nach massiven Bebauung geäußert. Mithilfe der Bürgerbeteiligung wollen die Planer die Holzkirchner so gut wie möglich einbeziehen.


Auf der Internetseite www.winklbauer-hoefe.de stehen alle Infos zu dem Bauvorhaben sowie die Zugangsmöglichkeiten zu den digitalen Veranstaltungen rund um die Bürgerbeteiligung. Sie ist seit 1. März abrufbar.

[Merkur, 04.03.2021]