12 Apr

Generationen unter ein Dach bringen

Ein Wohnprojekt, in dem mehrere Generationen unter einem Dach leben. Am besten zentral im Ort gelegen, damit fußläufig alles erreichbar ist. Das kann sich die SPD-Kreisrätin Christine Negele auch für Tegernsee vorstellen. Im Stadtrat stellte sie ihre Idee jetzt vor und stieß grundsätzlich auf offene Ohren.

Tegernsee – In einer lebendigen Generationen-Gemeinschaft bezahlbar wohnen: Davon träumt Christine Negele (63) nicht nur. Schon vor Corona hatte die SPD-Kreisrätin aus Tegernsee ihre Initiative für „ein bezahlbares nachbarschaftliches Wohnen einheimischer Bürger*innen am Tegernsee“ gestartet. Es gab erste Treffen, dann bremste Corona das Projekt zwei Jahre lang aus. Jetzt stellte Negele ihre Idee eines Wohnprojekts, realisierbar über eine Genossenschaft oder als kommunaler Bau, im Tegernseer Stadtrat vor.

Dort kam der Gedanke eines Mehrgenerationenhauses mit echter Gemeinschaft gut an. „Das sollten wir auf dem Schirm haben“, meinte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) nach Negeles Vortrag. Schließlich gebe es einige Objekte, die die Stadt in der Zukunft entwickeln wolle. Gedacht ist zum Beispiel ans Bahnhofsareal, möglicherweise auch ans Horn-Grundstück.

Wie ein solches Wohnprojekt aussehen kann, hat sich Negele vielerorts angeschaut. Auf ihrer Liste möglicher Kooperationspartner steht die Genossenschaft MARO mit Sitz in Ohlstadt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen weit oben. Negele ist auch nicht allein. Zu den ersten Treffen ihrer Initiative 2019 kamen rund 50 Interessierte. Manche haben sich inzwischen verabschiedet, weil zu lange nichts realisiert werden konnte. Anderen gefiel nicht, dass kein Eigentum geschaffen wird, sondern Mietwohnungen. Auch die Vorgabe, dass ein echtes Miteinander gelebt werden soll, behagt nicht jedem. Trotzdem dürfte es keinen Mangel an Menschen geben, die gern in ein Generationenhaus ziehen wollen. Negele selbst gehört dazu. „Ich mache das auch für mich“, ließ sie wissen. Ihre Initiative präsentiere sie nicht als SPD-Politikerin, sondern als Tegernseer Bürgerin.

Negele hat sich schon so lange mit dem Thema befasst, dass sie auch die Schwachstellen kennt. „Wichtig ist, dass es von Anfang an einen echten Generationen-Mix gibt“, erklärte sie. Nur so kann das Prinzip Babysitten gegen Hilfe beim Einkauf dauerhaft funktionieren. Ziehen nur Mieter im Rentenalter ein, überaltert die Wohngemeinschaft mit den Jahren, Junge kommen nicht mehr dazu. „Daran sind schon einige Projekte eingegangen“, weiß Negele.

Um zu funktionieren, sollten zum Generationen-Projekt mindestens acht bis zwölf Wohnungen gehören, am besten mit fußläufiger Verbindung zur Ortsmitte. Sie bieten gerade so viel Platz, wie die Bewohner brauchen. Für größere Tischrunden gibt’s einen Gemeinschaftsraum, für Besuch ein Gästezimmer, das nach Absprache alle Bewohner nutzen können.

Für Stadtrat Thomas Mandl (SPD) ist das Modell „wahnsinnig interessant“. Für die Stadt sei es doch „fast erotisch“, wenn sie Häuser nicht nur kaufe, sondern daraus auch ein solches Zuhause gestalte, meinte Mandl. Auch Ursula Janssen (Grüne) signalisierte Unterstützung: „Wir sollten bei der Überplanung des Bahnhofsareals in diese Richtung denken.“

[Merkur, 12.04.2022]

23 Feb

Lieber eine Wohnung als ein Haus

Valley – Wer in Valley eine Wohnung zur Miete anbieten kann, dürfte schnell einen Interessenten finden. Und zwar einen Interessenten, der bereits in Valley zuhause ist. Das legen die Ergebnisse der Wohnraumumfrage nahe, die in der Gemeinde im Spätherbst des vergangenen Jahres durchgeführt wurde (wir berichteten). Sie waren Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Die SPD-Gemeinderäte Angela Falkenhahn und Johannes Schneider hatten die Umfrage angestoßen und dafür ihre Gemeinderatskollegen Markus Nöscher (CSU) und Nicole Weinfurtner (Grüne) mit ins Boot geholt. Von Bürgermeister Bernhard Schäfer (FWG) gab’s in der Sitzung ein großes Lob für das Engagement. „Das habt Ihr super gemacht“, sagte er. „Recht herzlichen Dank.“

Schneider und Nöscher präsentierten die Ergebnisse via PowerPoint. Etwa 90 Haushalte aus der Gemeinde hatten teilgenommen, das entspreche sechs bis acht Prozent, erklärt Schneider auf Nachfrage. „Die Ergebnisse sind also nicht repräsentativ, aber es ist ein guter Start.“ Nicht nur ein guter Start, sondern auch einer mit interessanten Ergebnissen, fand Nöscher. „Zum Beispiel, dass 65 Prozent der Teilnehmer in Miete wohnen.“

Tatsächlich ist der Mietmarkt in Valley leer, das zeigen auch die fehlenden Angebote auf einschlägigen Immobilienseiten im Internet. Von den Teilnehmern der Valleyer Umfrage suchen rund 73 Prozent jetzt oder in den kommenden ein bis drei Jahren eine Immobilie – vorrangig zum Kauf (60 Prozent), aber auch 25 Prozent zur Miete.

Auf dem ersten Platz der Liste, was sie dabei bevorzugen würden, nannten die Teilnehmer nicht Einfamilien- oder Doppelhäuser, sondern Wohnungen. Schneider und Nöscher wiesen bei ihrer Präsentation auch auf einige weitere interessante Erkenntnisse aus der Befragung hin, etwa, dass sich knapp 60 Prozent ein Mehrgenerationen-Wohnen vorstellen könnten und nach eigenen Angaben dort auch einziehen würden.

Wenig überraschend war der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum, zum Beispiel im Einheimischenprogramm – und dabei sollte auch der Wunsch nach Wohnungen berücksichtigt werden, waren sich Schneider und Nöscher einig.

Bürgermeister Schäfer versprach, das Einheimischenprogramm weiter voranzutreiben. „Wir werden dranbleiben und immer wieder Möglichkeiten schaffen, damit junge Valleyer in der Gemeinde bleiben können“, sagte er. Barbara Walter (CSU) wünschte sich ausdrücklich, dass die Auswertung „nicht in der Schublade verschwinden“ dürfe. Bei manchen Punkten, etwa zum Seniorenwohnen, sollte außerdem genauer nachgefragt werden. 

[Merkur, 23.02.2022]

17 Feb

Wohnungsbau: Planer sehen genug Potenzial

München – Im Großraum München ist in den kommenden 20 Jahren noch Platz für 360 000 zusätzliche Einwohner. Zu diesem Ergebnis kommt der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) in einer neuen Untersuchung. „Es ist genug Platz für die zusätzlichen Einwohner da, besonders im Umland“, sagt PV-Geschäftsführer Christian Breu. Grundlage für diese Bewertung ist die Bevölkerungsprognose des Landesamts für Statistik, wonach die Einwohnerzahl in der Region München bis zum Jahr 2040 um rund 225 000 Personen steigen könnte.

Bei der letzten Untersuchung vor fünf Jahren war der Planungsverband noch pessimistischer. Doch seitdem wurden die Bevölkerungsprognosen etwas nach unten korrigiert. Gingen die Statistiker von 2015 bis 2035 noch von einer Einwohnersteigerung um 15 Prozent aus, sind es von 2020 bis 2040 nur noch knapp acht Prozent. Und die Wohnbauflächenreserven der Kommunen sind laut Planungsverband sogar größer geworden.

Grundlage für die Berechnungen des Verbands sind die unbebauten Wohnbauflächen in den Flächennutzungsplänen der Kommunen. Der Planungsverband umfasst neben Stadt und Landkreis München auch die umliegenden Kreise Dachau, Freising, Erding, Ebersberg, Starnberg, Fürstenfeldbruck und Landsberg. Die Planer rechnen damit, dass etwa die Hälfte aller noch nicht bebauten, aber ausgewiesenen Flächen aus den Flächennutzungsplänen realistisch für den Wohnungsbau infrage kommen. Dazu kommen die Innenverdichtung, die sogenannten Konversionsflächen etwa auf ehemaligen Militäranlagen und das errechnete Wohnbaupotenzial für die Stadt München. Ergibt laut PV rund 108 000 Wohneinheiten in den Landkreisgemeinden und 72 500 Wohneinheiten in der Landeshauptstadt. Bei einer Wohnungsbelegung von im Schnitt zwei Personen kommt der Planungsverband so auf den Platz für rund 360 000 zusätzliche Einwohner. „Und das ist konservativ geschätzt“, betont Breu.

Das Potenzial für genügend Wohnraum wäre demnach also vorhanden. „Unser Problem ist: Nicht alle Potenziale können auch gehoben werden“, sagt aber beispielsweise Dachaus Landrat Stefan Löwl (CSU). „Nicht alle Flächen aus den Flächennutzungsplänen sind auch verfügbar.“ Etwa wenn der Eigentümer gar nicht bauen oder verkaufen will. Oder wenn statt mehreren Mehrfamilienhäusern lieber eine große Villa auf den Flächen entstehen soll. „Für die Kommunen ist das nicht immer steuerbar“, sagt Löwl.

Er beobachtet, dass gerade auf dem Land kleinere, bezahlbare Wohnungen fehlen. „Die bräuchten wir aber, um Menschen aus der unteren Mittelschicht in unsere Region zu locken. Wir brauchen die Krankenschwester und die Erzieherin, um unsere Infrastruktur aufrecht zu erhalten.“ Wenn stattdessen nur noch Gutverdiener bauen und sich die Kommunen den sozialen Wohnungsbau nicht mehr leisten können – „dann mache ich mir Sorgen, dass für die Menschen, die wir zum Leben brauchen, kein Platz mehr ist“.

Um das zu verhindern, brauche es mehr planerische Möglichkeiten. „Natürlich ist es nicht unbedingt schön, wenn auf einem Villengrundstück plötzlich drei neue Sechs-Parteien-Häuser entstehen. Aber es ist auch mit Blick auf den Flächenverbrauch immer noch besser, wenn diese Gebäude eben nicht im Außenbereich gebaut werden müssen.“

Auch beim Planungsverband will man die jüngsten Untersuchungsergebnisse nicht als Entwarnung verstanden wissen. „Die Kommunen können sich nicht zurücklehnen“, sagt Christian Breu. „Sie müssen auch weiterhin Wohnbauflächen ausweisen, um so eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu unterstützten.“

[Merkur, 17.02.2022]

16 Feb

Familien fliehen aus den Großstädten

Berlin – Zwei Zimmer, Küche, Bad, mit Nachwuchs und dem Homeoffice auf dem Küchentisch – das Zuwenig an Quadratmetern in den Großstädten wird vielen jungen Familien nach Expertenangaben zu viel. Sie kündigen ihre engen Wohnungen und ziehen in die Vororte oder aufs Land. „Die Familien verlassen mit wehenden Fahnen diese Städte“, sagte Mitautor Harald Simons am Dienstag bei der Vorstellung eines Marktgutachtens des Zentralen Immobilien-Ausschusses (ZIA). In den größten Städten würden heute vor allem „kleine Schuhschachteln“ gebaut, kaum noch bezahlbare große Familienwohnungen.

Die Mieten steigen nach dem Gutachten weiter. Im Schnitt verlangten Vermieter bei Neuverträgen 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr. In Landkreisen sei der Anstieg inzwischen stärker als in den Großstädten. „Der Trend zur „neuen Landlust“ hat sich bestätigt“, heißt es im Gutachten.

Deutlich stärker als die Mieten legten bundesweit die Preise zu. Eigentumswohnungen wurden 14,3 Prozent teurer angeboten als ein Jahr zuvor. „Die nochmaligen Anstiege und das enorme Niveau der Kaufpreise sind sowohl überraschend als auch durchaus beängstigend“, so die Gutachter.

Zuletzt hatte es Warnungen vor spekulativen Übertreibungen in bestimmten Städten gegeben. Ob es eine Immobilienblase gebe und wann sie platze, dazu wollte sich Mitautor Lars Feld nicht festlegen. Der Ökonom sagte: „Wenn die Zinsen nach oben gehen, wird es eine Korrektur geben.“

Damit die Mieten und Kaufpreise nicht mehr so stark steigen, sollen nach dem Willen der Bundesregierung bundesweit 400 000 neue Wohnungen pro Jahr entstehen. „Wir wollen sie erreichen, wir müssen sie erreichen“, bekräftigte Baustaatssekretär Sören Bartol (SPD) das Ziel. Er wolle das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen mit Bund, Ländern, Kommunen, Wohnungs- und Bauwirtschaft, Mieterbund, Gewerkschaften stärker mit Leben erfüllen.

Nach dem Gutachten dürften 2021 etwa 315 000 Wohnungen fertiggestellt worden sein, rund 9000 mehr als im Vorjahr. Wegen der langen Bauzeiten könnten 400 000 erst in der nächsten Wahlperiode nach 2025 erreicht werden, sagte Simons. ZIA-Präsident Andreas Mattner sieht das Ziel in weite Ferne gerückt. Er führte das auf den Stopp eines Förderprogramms für Gebäudesanierung im Januar zurück.

[Merkur, 16.02.2022]

09 Feb

Oberbayern: Miete nagt an der Kaufkraft

München – Die Menschen, die in den Landkreisen rund um München und im bayrischen Oberland leben, haben im Schnitt eine deutlich höhere Kaufkraft als die im Rest der Republik. Doch die hohen Mieten machen in vielen Regionen den Kaufkraftvorteil zunichte. In der Stadt München zum Beispiel liegt die Kaufkraft mit 32 364 Euro pro Kopf um satte 30 Prozent höher als im Bundesschnitt, doch die Mieten liegen um 128 Prozent höher. Das Bundesmittel liegt bei 7,90 Euro je Quadratmeter, in München zahlt man im Median 18 Euro.

Sonderrolle Berlin

Wie eine Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung und des Online-Portals Immowelt weiter ergab, gibt es diese Diskrepanz auch in und um teure Städte wie Frankfurt, Stuttgart oder Köln. Eine Sonderrolle nimmt Berlin ein. Zwar liegt auch dort die Miete mit 10,60 Euro im Median klar über dem Bundesschnitt (plus 34 Prozent). Die Kaufkraft dagegen ist mit 23 088 Euro um sieben Prozent geringer.

Starnberg am reichsten

Von den zehn reichsten Landkreisen Deutschlands liegen laut GfK sieben in Oberbayern. Ganz oben mit einer Kaufkraft von 34 758 Euro pro Einwohner liegt Starnberg. Dieser Wert liegt um 40 Prozent über dem Bundesmittel, dafür müssen die Starnberger eine um 82 Prozent höhere Miete bezahlen. Im Landkreis München kostet der Quadratmeter mit 15,30 Euro noch etwas mehr und liegt um 94 Prozent über dem Schnitt. Die Kaufkraft übersteigt das Landesmittel aber nur um 35 Prozent. Neu unter den Top-Ten ist der Landkreis Miesbach, der Böblingen vom zehnten Platz verdrängt hat. Schlusslicht ist Gelsenkirchen. 

Kaufkraft steigt wieder

Bundesweit wird nach einer Prognose der GfK die Kaufkraft erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder deutlich ansteigen. So haben die Deutschen demnach pro Kopf rechnerisch gut 1000 Euro mehr für ihre Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung. Das entspricht einem Plus von nominal 4,3 Prozent auf 24 807 Euro. Der Anstieg erklärt sich zum einen durch steigende Löhne in vielen Branchen und zum anderen durch die Erhöhung der Renten, sagt Filip Vojtech, GfK-Experte für Geomarketing.

Bayern bleibt vorn

Gleich bleiben die vorderen Plätze beim Kaufkraft-Ranking: Bayern behauptet sich mit im Schnitt 26 936 Euro pro Kopf, womit der Wert um rund neun Prozent über dem Bundesschnitt liegt. Neben Bayern befinden sich Hamburg, Baden-Württemberg und Hessen bei der Kaufkraft über dem Schnitt, alle anderen Bundesländer schneiden weiterhin unterdurchschnittlich ab, wobei es aber vor allem in Ostdeutschland auch Zuwächse gibt. Mit 21 707 Euro Pro-Kopf-Kaufkraft – 88 Prozent des Bundesschnitts – liegt Mecklenburg-Vorpommern am Ende der bundesweiten Liste.

Das ist Kaufkraft

Die GfK definiert Kaufkraft als die Summe aller Nettoeinkünfte – also Einkommen, Renten, Kapitaleinkünfte und staatliche Transferzahlungen wie Kindergeld und Renten. Da von der Kaufkraftsumme auch Miete und Strom bezahlt werden müssen, bedeutet ein nominaler Kaufkraftanstieg nicht unbedingt, dass die Menschen auch mehr Geld zur Verfügung haben – nämlich dann, wenn die genannten Posten sich stärker verteuern.

[Merkur, 09.02.2022]

11 Jan

Chance auf Wohneigentum

Rottach-Egern – Bezahlbarer Wohnraum oder gar bezahlbares Wohneigentum sind Mangelware im gesamten Tegernseer Tal und freilich auch in Rottach-Egern. Deshalb erwägt der Gemeinderat seit Juni, in Haslau ein gemeindliches Wohnhaus zu bauen und ein „Einheimischenprojekt“ zu entwickeln. Bis zur Planungsreife wird es aber noch dauern.

Die Fläche, die der Gemeinderat dafür im Auge hat, ist 5400 Quadratmeter groß. Derzeit stehen darauf zwei Gemeindehäuser (Haslau 26 und 27), im westlichen Bereich befinden sich Unterstellplätze für Fahrzeuge. Weil die derzeitigen Mieter wieder untergebracht werden müssen, möchte die Gemeinde im Westen des Grundstücks ein gemeindliches Mietshaus errichten, sodass der Rest des Grundstücks, nachdem die beiden Bestandshäuser abgerissen sind, für ein Einheimischenprogramm zur Verfügung stehen würde. Dort wäre Platz beispielsweise für drei Doppelhäuser, zwei Einfamilienhäuser und ein Mehrfamilienhaus. Soweit die Idee.

„Das ist nicht die endgültige Planung“, sagte Bürgermeister Christian Köck (CSU) jetzt im Gemeinderat und zeigte auf die Pläne. Voraussichtlich müsse man auch für das Einheimischenmodell einen Bebauungsplan aufstellen. Bis man die Planungsreife erreiche, werde es noch dauern. Auch angesichts des Drucks auf dem Wohnungsmarkt bat er die Bürger, nicht sofort mit ihren Bewerbungen für das Einheimischenprojekt das Rathaus zu stürmen. Er rechnet damit, dass die Bewerbungsphase erst in der zweiten Hälfte 2023 beginnt. „Es muss alles vorbereitet werden. Das geht nicht zeitgleich, sondern nur Step by Step“, stellte Köck klar. Der genaue Ablaufplan müsse erst noch im Gemeinderat erarbeitet werden.

Die Verwaltung legte außerdem einen groben Ablaufplan vor, nach dem erst im Laufe dieses Jahres das Gemeindehaus geplant werden und die Ausschreibungen stattfinden sollen, damit im Frühjahr 2023 mit dem Bau begonnen werden kann. Immerhin: Der erste Schritt für das Großprojekt war nun im Gemeinderat mit dem Grundsatzbeschluss getan.

Der fiel aber nicht einstimmig. Dritte Bürgermeisterin Gabriele Schultes-Jaskolla und ihr Fraktionskollege Andreas Erlacher von den Freien Wählern waren zwar grundsätzlich dafür, neuen Wohnraum zu schaffen. Aber sie würden an besagter Stelle lieber mehr bezahlbare Mietwohnungen sehen als Eigentum. „Das Konzept“, sagte Schultes-Jaskolla und deutete auf die Pläne, „halte ich für maximal die zweitbeste Lösung.“ Rottach bräuchte weiterhin mehr bezahlbaren Wohnraum für rund 8,50 Euro pro Quadratmeter. Der Grund in Haslau wäre ein idealer Platz für Mietwohnungen, die obendrein auch noch vom Staat gefördert würden und zeitnäher realisiert werden könnten als der Wohnraum auf den kleinen Grundstücken. Bei der Abwägung zwischen Mietwohnungen und der Schaffung von Wohneigentum würde sie dem Bau von Mietwohnungen den Vorrang geben wollen.

Bürgermeister Köck zeigte Verständnis: „Du hast Recht. Der Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum steigt. Und man könnte mit weiteren Mietshäusern – eventuell auch im Rahmen genossenschaftlichen Bauens oder durch Kommunalunternehmen, wie es andere Talgemeinden machten – viele Menschen und nicht nur Einzelne glücklich machen. Aber es liegt uns auch am Herzen, dass Einheimische sich ein Eigenheim schaffen können.“ Das sei auch ein Thema bei der zurückliegenden Wahl gewesen, und dieses Versprechen möchte er nun einhalten. Viele Berufsgruppen könnten sich Wohneigentum außerhalb eines Einheimischenmodells gar nicht leisten. Überdies plädierte Köck für eine strukturelle Mischung aus Mietshäusern und Eigentum über Erbbaurecht. „Ich denke, wir werden sogar noch mehr Einheimischenprogramme auflegen müssen“, prognostizierte der Bürgermeister. „Eigentum auf dem freien Markt zu erwerben, wird einfach immer schwieriger.“

[Merkur, 11.01.2022]

08 Jan

Bevölkerungszahl wird um 5% wachsen

Die Bevölkerungszahl im Landkreis Miesbach soll bis Ende 2040 um 5000 Einwohner respektive um fünf Prozent wachsen – das hat das Bayerische Landesamt für Statistik errechnet. Für die Gemeinden im Landkreis gibt es folgende Berechnungen, sortiert in alphabetischer Reihenfolge: Für Bad Wiessee berechnet das Landesamt eine gleichbleibende Bevölkerungszahl von rund 5100 Einwohnern zwischen dem Jahr 2021 und dem Jahr 2039. Für Bayrischzell gibt es eine Vorausberechnung bis 2033 – mit einem leichten Bevölkerungsrückgang von 1610 auf 1600 Einwohner. In Fischbachau soll sich die Einwohnerzahl bis 2039 von 5700 auf 5600 verringern. Gmund vergrößert sich von 6100 Einwohnern auf 6200 im Jahr 2039. Hausham soll sich im gleichen Zeitraum auf 8900 Einwohner vergrößern – ausgehend von 8500. Holzkirchen wächst parallel von 16800 auf 17600 Einwohner. Irschenberg wächst bis zum Jahr 2033 von 3230 auf 3450 Einwohner. Kreuth vergrößert sich auf 3830 Einwohner im Jahr 2033 – 220 mehr als bisher. 900 Einwohner mehr sollen es in der Kreisstadt Miesbach werden – im Jahr 2039 rund 12500 statt bisher 11600. Otterfing wächst bis 2033 um 20 Einwohner, ausgehend von 4830. Rottach-Egern bleibt laut Prognose bis 2039 bei konstant 5800 Einwohnern. Schliersee soll von 7000 auf 7400 Einwohner bis 2039 wachsen. Tegernsee erwartet 3720 Einwohner im Jahr 2033 – 60 mehr als bisher. Valley soll im gleichen Zeitraum auf 3620 Einwohner wachsen (bisher 3370). In Waakirchen sollen 2039 6200 Menschen wohnen (bisher 5900). Warngau erwartet 4040 Einwohner (bisher 3880). Die Gemeinde Weyarn beheimatet statistisch im Jahr 2033 4380 Personen, bisher waren es 3970.

[Merkur, 08.01.2022]

08 Jan

Günstiger Wohnraum

Maitz: Konzept einer Holzkirchner Gruppe überzeugt Marktgemeinderat

Holzkirchen – Mitte 2019 hat der Holzkirchner Marktgemeinderat beschlossen, zwei zusammen knapp 2300 Quadratmeter große Baugrundstücke in der Maitz an eine Genossenschaft oder Baugemeinschaft für 80 Jahre in Erbpacht zu vergeben. Der geschätzte Verkehrswert der Grundstücke liegt bei etwa 3,51 Millionen Euro. Mit diesem erstmals durch geführten Konzeptverfahren soll günstiger Wohnraum für Einheimische geschaffen werden. lm Gemeinderat wurde kürzlich bekannt gegeben, dass sich das Vergabegremium nach Abschluss der Bewerbungsphase entschieden hat, dem Konzept der Gruppe „geMaitzam wohnen“ den Zuschlag für die 18-monatige Reservierungsphase zu geben.

Unterstützung holte sich die Marktgemeinde bei der Konzeptvergabe beim Beraterbüro stattbau münchen in Person von Natalie Schaller. Sie hat bereits den gesamten Prozess begleitet und bei der Sitzung per Video-Schaltung über die Vergabeentscheidung vorgetragen. Wie sie sagte seien letztlich nur zwei Bewerbungen eingegangen. Weil Interesse an einem größeren Grundstück bestehe, wollte einer der Bewerber explizit nicht berücksichtigt werden, aber mit der Einreichung ausdrücklich die
Wertschätzung für das Verfahren zeigen.

Die zweite Bewerbung wurde von der Gruppe ,,geMaitzam wohnen“ eingereicht. Die Gruppe besteht aus 15 engagierten Einheimischen. Sie planen ein Mehrgenerationenprojekt, bei dem der konzeptionelle Schwerpunkt auf gemeinschaftlichem, flexiblem und ressourcenschonendem Wohnen liegt. Dem liegt die Idee von „atmenden Wohnungen“ zu Grunde. Dadurch soll die Wohnfläche den jeweiligen Lebenssituationen angepasst und sparsamer Wohnflächenverbrauch ermöglicht werden. Die durchschnittliche Wohnfläche von 35 Quadratmeter pro Person wird in der Genossenschaftssatzung festgelegt. Der Mietpreis wird bei 12 Euro je Quadratmeter liegen. Die Gruppe strebt ein sozialökologisches Wohnprojekt an und versteht sich als Motor einer lebendigen Nachbarschaft.

Bürgermeister Christoph Schmid meinte dazu: „Es hat mich beeindruckt, was diese jungen Leute geleistet und vorgelegt haben.“ Lobende Worte kamen auch von Elisabeth Dasch (SPD): „Wenn wir von der Bewerbung nicht so überzeugt gewesen wären, hätten wir sie auch nicht empfohlen. Viel Erfolg dabei.“ Weil die Konzeptvergabe Neuland war, war es nach Ansicht von Robert Wiechmann (Grüne) richtig und gut, sich professionelle Unterstützung zu holen. Außerdem hob er den Konsens bei dem bisherigen Verfahren über alle Fraktionen hinweg hervor und meinte: „Heute ist ein guter Tag für Holzkirchen.“ Hubert Müller (FWG) erhofft sich jetzt ein schnelles Voranschreiten des_Projekts und forderte Augenmaß bei den Auflagen „Mir gefällt das gut. Wenn wir die Messlatte nicht immer auf die höchste Marke legen, bringt die Gruppe das bei ihrem Engagement auch sicher hin.“

Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat dann, der Gruppe „geMaitzam wohnen“ eine kostenlose Reservierungsphase für den Zeitraum von 18 Monaten einzuräumen. In dieser Zeit wird überprüft, ob die vergaberelevanten Kriterien zu Ökologie, Nachhaltigkeit und eines Verkehrskonzeptes umgesetzt werden.

Die Reservierungsphase endet mit der Baueingabe und dem Abschluss des Erbbaurechtsvertrages. Sollte im Verlauf der Reservierungsphase das Konzept der Bewerbergruppe nicht zufriedenstellend weiterentwickelt werden, kann die Marktgemeinde diese aus sachlichem Grund aufheben.

[Das Gelbe Blatt, 08.01.2022]

04 Jan

Neue Wohnungen, die bezahlbar sind

Holzkirchen – Die Projekte stauen sich. Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) wollte bei Amtsantritt 2020 kräftig durchstarten: Mittelschule, Bauhof-Verlagerung, kommunaler Wohnungsbau. Dann kam Corona – und Schmid war nicht bereit, deswegen auf die Bremse zu steigen. „Wir haben bei unseren Vorhaben weiter angeschoben“, sagt Schmid.

Organisatorisch habe die Pandemie der Verwaltung und insbesondere den Schulen und Kitas zwar Einiges abverlangt („da liegen manchmal die Nerven blank“). Finanziell hinterließ das Virus aber kaum Schleifspuren in der Gemeindekasse. „Wir bekommen auch keine Corona-Staatshilfen“, sagt Schmid.

Der neue Bahnhof

Gemeindliches Geld spielt bei einem bahnbrechenden Projekt für die Zukunft Holzkirchens gar keine so große Rolle: Weite Teile des Bahnhofsareals, das sich in den nächsten Jahren zu einer modernen Mobilitäts-Drehscheibe verpuppen soll, ist im Besitz der Deutschen Bahn (DB). Gemeinsam mit der DB formulierte die Gemeinde, die auch über einige Grundstücke verfügt und über die Planungshoheit an wichtigen Hebeln sitzt, den Auslobungstext für einen Realisierungs-Wettbewerb vor. „Heuer küren wir den Sieger“, sagt Schmid. Er erwartet nicht weniger als einen „wegweisenden Meilenstein für Holzkirchen“. Verkehrlich wichtig für die Gemeinde: ein großes Parkhaus auf der Ladehof-Seite, das 80 Prozent des Parkbedarf decken soll, und eine zweite Gleisunterführung für Fußgänger.

Ländl-Tunnel

Auf diesen Durchbruch haben die Ländl-Bewohner lange gewartet: Heuer soll endlich der Tunnel von der Buchenstraße ins Gewerbegebiet in die Bahntrasse eingeschoben werden. Diese Unterführung macht den Ort durchlässiger und schafft eine Verbindung zwischen den Wohngebieten westlich des Bahndamms und den Arbeitsplätzen und Supermärkten im Gewerbegebiet-Ost.

Mittelschule zieht um

Die Holzkirchner Mittelschule zieht heuer um. In den Sommerferien wird das alte Gebäude an der Baumgartenstraße geräumt. Für mindestens drei Jahre kommen Schüler und Lehrer in einem Interimsbau unter, der etwa 200 Meter südlich auf eine Wiese westlich der Baumgartenstraße gestellt wird. „Im Herbst wird der Altbau abgerissen“, sagt Schmid. Die Kosten für das Gesamtprojekt sind enorm. Allein die Interimsschule kommt auf 6,8 Millionen Euro. Die Gesamtkosten werden auf rund 30 Millionen Euro geschätzt.

Wohnungsbau

Während private Investoren fleißig dabei sind, in Holzkirchen neue Wohnungen zu schaffen, tut sich die Gemeinde schwer, mit zusätzlichen „bezahlbaren“ Wohnungen den Markt zu entlasten. Im Fokus stehen nach wie vor die fünf gemeindeeigenen Wohnblöcke (63 Wohnungen) an der Baumgartenstraße, die aus den 1950er-Jahren stammen. Eine Sanierung lohnt kaum. Würden die Altgebäude weichen, böte das 8000 Quadratmeter große Grundstück einige Möglichkeiten, moderne und bezahlbare Wohnkonzepte zu verwirklichen. „Es läuft eine Machbarkeitsstudie“, sagt Schmid, der beim Thema 2022 vorwärts kommen will.

Südspange

Kommt die Südspange, oder kommt sie nicht? Die Diskussion um eine Südumfahrung von Holzkirchen – und möglicherweise auch um Umfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg – nimmt wieder Schwung auf. Vereinbart ist im Gemeinderat, ein Ratsbegehren zu formulieren und die Bürger entscheiden zu lassen, wie die Gemeinde zu den Umfahrungsplänen steht. Das setzt voraus, dass es konkrete Trassenvorschläge gibt, die zur Abstimmung stehen. Derzeit spricht viel dafür, dass nur eine ortsnahe Trasse in Frage kommt. Schmid geht davon aus, dass der Bürgerentscheid heuer über die Bühne geht. „Dann hätten wir endlich Klarheit.“ Allerdings: Bauherr bleibt der Bund. Die Südspange ist zwar im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans gelistet, doch die Ampel-Koalition in Berlin hat angekündigt, alle Straßenbau-Projekte neu zu prüfen.

Ortsbus

Der Holzkirchner Ortsbus wird ab September neu aufgestellt. Das Kernstück bildet eine Ringlinie, die den Bahnhof mit den Gewerbegebieten verbindet. Die dörflichen Ortsteile soll künftig ein On-Demand-System („Rufbus“) abdecken.

Kita wird erweitert

Rund 9,5 Millionen Euro steckt die Gemeinde in die Erweiterung der Kita an der Erich-Kästner-Straße, die von der Kinderland GmbH betrieben wird. Sieben zusätzliche Gruppen werden im Anbau Platz finden. Die Ausschreibung läuft. „Das packen wir heuer an“, sagt Schmid.

Der Jahreswechsel

ist Gelegenheit, nach vorne zu blicken. Was wird 2022 trotz der Pandemie möglich, was muss gestrichen werden? Wir haben uns in den Rathäusern umgehört.

[Merkur, 04.01.2022]

31 Dez

Ja zu Hoki-Living

Marktgemeinderat stimmt mehrheitlich für Bauprojekt / Innovationszentrum geht in die Beteiligung

Holzkirchen – Noch ist der Solar-Tracker am Rudolf-Diesel-Ring in Holzkirchen ein markantes Wahrzeichen. Das könnte sich bald ändern: Die Pullacher Firma Eckpfeiler Immobilien GmbH möchte auf dem rund 4500 Quadratmeter großen Areal ein modernes Innovationszentrum bauen. Das „Hoki-Living“ getaufte Projekt soll über flexible Büroflächen, Co-Working-5paces, Konferenzräume, eine Kindertagesstätte sowie ein öffentliches Café verfügen. Außerdem ist geplant, circa 100 Mikro-Appartements zu bauen. Mit deutlicher Mehrheit billigte der Marktgemeinderat kürzlich die Planungen und veranlasste die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung.

Der bis zu fünfgeschossige Baukörper, der größtenteils in Holz-hybrid-Bauweise in Systembau errichtet werden soll, hat bereits eine Vorgeschichte: So wurde dem Marktgemeinderat schon im Oktober das Mobilitätskonzept vorgestellt. Dies würde dem Bauherrn eine Reduktion von 30 Prozent der Stellplätze zugestehen. Wobei die bei dem Konzept vorgesehene Verwendung von Duplexstellplätzen in der Tiefgarage nicht bei allen Gemeinderäten Begeisterung hervorrief. Weil das nach wie vor ein Thema ist, wurde ein Ortstermin bei einer vergleichbaren Anlage vorgeschlagen. Nicht zuletzt Bürgermeister Christoph Schmid meinte dazu: „Davon möchte ich mich vorher schon noch gerne selbst überzeugen.“

Zu Rückfragen aus der Bevölkerung, was denn die Planungsziele der Marktgemeinde seien, nahm Isabella Britze vom Bauamt Stellung. Demnach entspricht die mögliche Bebauung den Zielen des Ortsentwicklungskonzeptes. Unter anderem nannte sie eine deutliche Verkehrsentlastung. Ein weiterer Gewinn wäre das vielfältige Angebot an Wohnformen, die aus Mikro-Apartments mit etwa 30 Quadratmeter Wohnfläche sowie Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen bestehen. Davon könnte der Markt Holzkirchen voraussichtlich sechs Apartments und zwei Wohnungen zum Herstellungspreis erwerben und vergünstigt an Einheimische vermieten. Zudem würde die vorgesehene zweizügige KiTa, die mindestens den entstehenden Bedarf decken soll, Eigentum der Gemeinde werden.

Bezüglich der Kubatur des Gebäudes wurde laut Britze bereits mit Kreisbaumeister Christian
Boiger gesprochen, dieser stehe dem Vorhaben „sehr positiv“ gegenüber. „Die Bauweise entspricht dem Landesentwicklungsprogramm Bayern für eine flächensparende Siedlungs- und Innenentwicklung und unserem Regionalplan, der die verstärkte Wohnsiedlungstätigkeit in geeigneten zentralen Orten mit Nähe zu bestehenden Infrastrukturen vorsieht“, schloss Britze ihren Vortrag. Wasser in den Wein goss dann aber SPD-Fraktionssprecher Simon Ammer: „Es bleibt dabei, für uns ist dies die falsche Stelle für das Projekt. Wir sollten unsere Gewerbefläche dafür nicht aufgeben, wir werden sie noch brauchen.“ Das Gros des Marktgemeinderates war aber wie Robert Wiechmann (Grüne, „Ein tolles Projekt.“) und Sebastian Franz (CSU, „Gewinnbringend für den ganzen Ort.“) anderer Meinung, und gab mit fünf Gegenstimmen grünes Licht für die Auslegung der Planung zur Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung.

Im Idealfall plant die Eckpfeiler GmbH die Fertigstellung 2023. Anerkennend und mit einem Au-
genzwinkern meinte Hubert Müller (FWG) zu den Planungen: „Das Tempo ist brutal. Ich glaube, wir sollten uns beeilen, den Solar-Tracker zu sichern.“

[Das Gelbe Blatt, 31.12.2021]